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#Wirtschaft 4.0: Firmenwachstum und EGT hängen von Strategie ab

25. Jänner 2017, Josef Kurzmann - Wirtschaft 4.0, Advisory, Strategische Beteiligung

Ob eine Firma überdurchschnittlich stark und profitabel wächst, hängt vor allem an der Firmenstrategie.

Ob eine Firma überdurchschnittlich stark und profitabel wächst, hängt vor allem an der Firmenstrategie. Alter der Firma, Größe und Standort spielen hingegen keine Rolle, so meine Erfahrung, die auch eine jüngste Studie der Boston Consulting Group bestätigt.

Das richtige Rezept hatten 84 österreichische Firmen mit Umsätzen zwischen 100 Mio. und 5 Mrd. Euro. Sie haben von 2006 bis 2014 trotz Wirtschaftskrise ihre Umsätze verdoppelt und weltweit über 100.000 Jobs geschaffen. Die Studie ging der Frage nach, warum es diese Firmen geschafft haben, weit überdurchschnittlich (über 50 Prozent mehr als der globale Branchenschnitt) zu wachsen.

Oft beginnt es in der Nische

Es gebe meist spezifische Gründe, etwa eine Person mit einer Idee und viel Energie, oder ein Patent, das genutzt und weiterentwickelt wird. Dazu brauche es aber viel kreativen Geist, Netzwerk und Innovation. Typischerweise beginne die Erfolgsgeschichte in einer Nische, die dann entweder regional ausgeweitet wird - im Idealfall auf die ganze Welt - oder inhaltlich auf verwandte Produkte und Systeme ausgedehnt. Firmen entwickeln sich dabei vom Produktanbieter, zum System und Daten basierten Lösungsanbieter und Dienstleister.

Die Wünsche der Chefs

Aus Einzelgesprächen mit Unternehmern kann man mitnehmen, dass der wichtigste Wunsch an den Staat sei, möglichst wenig Bürokratie zu haben. Ein konkretes Anliegen sei dabei die umfassende Flexibilisierung. Heutzutage müssen Firmen sehr schnell auf sich ändernde Bedingungen reagieren, da müsse auch das administrative Umfeld flexibel sein. Investitionsförderung und Arbeitnehmerschutz seien wichtig, aber individuelle Lösungen etwa für die Arbeitszeit auch.

Infrastruktur & Vernetzung werden immer entscheidender

Die Infrastruktur für Unternehmen wird meines Erachtens immer wichtiger. Klar ist, dass ein Unternehmen nicht nur wegen eines besonders guten Internetanschlusses überdurchschnittlich wächst, aber es wird künftig eine wichtige Voraussetzung sein, um neue Geschäftsmodelle überhaupt realisieren zu können.
Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor in Zusammenhang mit dem Standort ist die Entwicklung der Bevölkerung. „In Regionen mit rückläufiger Bevölkerung gibt es keine Wachstumskaiser.“ Und umgekehrt ist es schwierig, Menschen, vor allem besonders engagierte Menschen, in Regionen zu bekommen, wenn es dort keine wachsenden Unternehmen gibt. Auch für die Firmen selber ist Wachstum nötig, da nur so, die besten und motiviertesten Mitarbeiter gehalten werden können. Diese wollen sich weiterentwickeln und brauchen Perspektiven für die Karriere, die ein statisches Unternehmen nicht bieten kann - Top-Leute gehen daher oft wieder von Bord.

Zehn Prozent wuchsen besonders

BC hat in Österreich 800 Firmen mit Umsätzen zwischen 100 Mio. und 5 Mrd. Euro ausgemacht. Zehn Prozent von ihnen (84) wuchsen überdurchschnittlich- auch in der Beschäftigung in Österreich. Sie hatten keine sichtbaren Vorteile gegenüber den langsamer wachsenden Vergleichsfirmen, die nur um 16 Prozent zulegten, außer einer guten Strategie und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen organischem Wachstum und Zukäufen. Firmen, die dabei sein wollen, sollten aber über lokale Grenzen und bisherige Geschäftsmodelle hinaus denken. Denn sonst seien die Wachstumschancen begrenzt.

Die Erkenntnis

Die Notwendigkeit guter Strategien und die erfolgreiche Umsetzung von Strategien im Unternehmen werden oftmals völlig unterschätzt. Denn was in einer zukunftsorientierten Strategie nicht gesetzt ist, kann operativ nicht werden und ist auch durch Fleiß nicht zu kompensieren. 
Strategisches Management, Innovationskraft, das Wissen um die veränderten Rahmenbedingungen und der Blick von Außen, können durch nichts ersetzt werden. Geld alleine, wird immer weniger Garant für Erfolg!

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